Einleitung
„Gefährliche Keime“ titelt Öko-Test die Januar-Ausgabe 2026. Im Heft heißt es: „Schwere Kost. Das schlägt auf den Magen: 14 von 23 Hähnchenbrustfilets sind mit antibiotikaresistenten Keimen belastet.“ Im Editorial schreibt Chefredakteurin Bianca Puff: „Elfmal fanden wir Keime, die Antibiotikagruppen wie Penicilline oder moderne Breitbandantibiotika unwirksam machen. Darüber hinaus stießen wir auf den Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus, kurz MRSA, der als klassischer Krankenhauskeim gilt.“
Dem ZDF war der Test einen langen Bericht wert. „Die Tester entdeckten in jeweils sieben Bio-Produkten und sieben Produkten konventioneller Haltung antibiotikaresistente Keime, die sie als bedenklich bewerteten. Betroffen waren unter anderem das hochpreisige Freiländer Bio-Hähnchenbrustfilet für 35,90 Euro pro 1.000 Gramm und das Gut Langenhof Hähnchen-Brustfilet-Teilstück - für 8,32 Euro pro 1.000 Gramm das günstigste Produkt im Test“, schreibt der Sender.
Auch andere berichteten. „Antibiotikaresistente Keime auch in Bio-Hähnchen entdeckt“, so t-online.de. „Fieses Öko-Test-Ergebnis. Antibiotikaresistente Keime auf Hähnchenfleisch – diese Marken sind belastet“, ist bei RTL zu lesen. Für scheinfurth-news.de „geben die aktuellen Testergebnisse von Öko-Test Anlass zur Sorge: Mehr als die Hälfte der untersuchten Hähnchenbrustfilets ist mit antibiotikaresistenten Keimen belastet. Insgesamt fielen 14 von 23 getesteten Produkten im Labor durch – betroffen sind sowohl konventionell erzeugtes als auch Bio-Hähnchenfleisch.“ Für Joyn „sorgen die neuesten Untersuchungsergebnisse der Verbraucherschützer:innen von Öko-Test für Beunruhigung in den deutschen Küchen.“
Unsere Einschätzung
Unsere Einschätzung beginnt mit dem, was Öko-Test schreibt. Erstens: „Von einer bösen Überraschung bei diesem Test zu sprechen, wird der Sache nicht ganz gerecht. Denn dass wir auf der gezielten Suche nach antibiotikaresistenten Keimen bei frischen Hähnchenbrustfilets fündig werden würden, haben wir schon vor Eintreffen der Laborergebnisse vermutet. Schließlich wiesen in der Vergangenheit schon andere Stichproben durch Ämter und Institutionen darauf hin, dass die Geflügelfleischindustrie massiven Anteil daran hat, antibiotikaresistente Krankheitserreger in die Umwelt, aber eben auch in die Lebensmittelkette einzuschleppen.“
Zweitens: „Akut gefährlich ist das zum Glück nicht. Durchgegart sind diese Erreger nicht mehr infektiös. Aber das Problem dahinter bleibt. Denn jedes resistente Bakterium in der Lebensmittelkette trägt dazu bei, dass die Wirksamkeit wichtiger Antibiotika weiter sinkt. Als Lebensmittelchemikerin kann ich diese Risiken sichtbar machen. Doch wie wir als Gesellschaft damit umgehen, entscheidet darüber, ob die Resistenzprobleme weiter im Verborgenen `wachsen´ oder dort diskutiert werden, wo sie hingehören: in der Öffentlichkeit“, so die Chefredakteurin.
Doch im Verborgenen wächst hier gar nichts. Das Problem ist seit langem bekannt. Öko-Test selbst hat schon im November 2017 resistente Keime in Chicken Nuggets gefunden. Schon im Jahr 2014 wurde ein Antibiotikaminimierungskonzept gesetzlich verankert, das dem BFR zufolge allerdings noch nicht zu einem Rückgang des Verbrauchs geführt hat. Dagegen schreibt das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in einer Pressemitteilung im Juli 2024: „Seit Einführung des Antibiotikaminimierungskonzeptes sank der Verbrauch an Antibiotika in der Tiermedizin insgesamt um über 50 Prozent.“
Ganz gleich wer Recht hat: Zu einem erhöhten Problembewusstsein der Geflügelmäster und zu einer Verringerung des Antibiotikaeinsatzes führt der Öko-Test nicht. Er dient lediglich dazu, Schlagzeilen zu produzieren und im Gespräch zu bleiben. Dass das gelungen ist, ist gut für Öko-Test und auch nicht per se verwerflich.

Aber der Test hat eine gefährliche, irreführende und verbrauchertäuschende Wirkung. Er wiegt die Leser in falscher Sicherheit. Denn mit resistenten Keimen belastete Hähnchenschenkel werden, dunkelrot unterlegt, als „bedenklich“ bewertet. Die Farbe steht ansonsten für „ungenügend“. Die unbelasteten werden als „unauffällig“ bezeichnet. Die dunkelgrüne Unterlegung steht normalerweise für „sehr gut“. Einmal ganz davon abgesehen, dass im September und Oktober 2025 gekaufte Produkte völlig andere sind als die aktuellen: Wie Öko-Test selbst schreibt, wird das Fleisch auch in den Schlachthöfen kontaminiert. Und da trifft es heute diese, morgen jene Marken. Auch solche, die im Test als „unauffällig“ bezeichnet werden.

Im Test Tattoo-Pflege schreibt Öko-Test: „Ein spezialisiertes Labor analysierte alle Produkte auf allergene Duftstoffe, (Nitro-) Moschusverbindungen und Cashmeran – auch solche, die angeben, kein Parfüm zu enthalten.“ Und siehe da: Gleich vier Hersteller hatten geschummelt. Ihre Produkte enthalten nicht deklarierte Duftstoffe. Da fragt man sich doch, warum Öko-Test sich bei 15 weiteren Parametern auf die Deklarationen verlässt und nicht nachprüft, ob sie korrekt sind?
Bei den vier gelb unterlegten hat man nur untersucht, ob beispielsweise der erlaubte Höchstgehalt des deklarierten Konservierungsmittels Chlorphenesin eingehalten wird. Nicht aber, ob andere Produkte den Stoff enthalten, obwohl er nicht deklariert wurde. Bei den drei blau unterlegten hat man gar nichts untersucht, sondern einfach die Deklaration abgeschrieben. Und die acht rot unterlegten werden nicht einmal erwähnt, obwohl sie in anderen Creme-Tests problematisiert wurden. Eine Begründung für den völlig unterschiedlichen Testumfang bei gleichartigen Produkten liefert Öko-Test nicht. Noch absurder und unverständlicher ist, dass zum Beispiel die Allergien auslösenden Konservierungsmittel Isothiazolinone unter anderem im Test Abflussreiniger (2/2025) zur Abwertung führten. Dabei fragt man sich, wie jemand mit den Produkten in Kontakt sollen kommen soll, wenn Öko-Test empfiehlt: „Wenn Sie Abflussreiniger mit starken Laugen verwenden, tragen Sie Handschuhe.“ Aber in Cremes, die man sich auf die Haut schmiert, spielen Isothiazolinone für Öko-Test keine Rolle. Unverständlicher Weise wohl aber im Test Silbershampoos (10/2025), obwohl die wesentlich kürzer mit der Haut in Kontakt kommen.
Auch die Scheibenfrostschutzmittel in diesem Heft wurden auf Isothiazolinone getestet. Ebenso wie auf bedenkliche halogenorganische Verbindungen, die in Kosmetika mit Ausnahme von Chlorphenesin und Chlorhexidindigluconat seit dem Test Haarspülungen für coloriertes Haar (9/2024) nicht mehr problematisiert werden (alle Testergebnisse des aktuellen Heftes haben wir Ihnen in den gleichnamigen Reitern doku- und kommentiert).
Fazit: Das sieht alles sehr nach vollkommen willkürlichen Testprogrammen aus. Seriöser Verbraucherschutz geht anders.
Antibiotikaresistente Keime auf Hähnchenfleisch
* Laut Deklaration und/oder Herstellerangabe.
Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: AmpC = AmpC-Betalaktamase, ESBL = Extended-Spectrum-Betalaktamase, MRSA = Methicillin resistenter Staphylococcus aureus, VRE = Vancomycin-resistente Enterokokken.
Backofenreiniger
Das Testergebnis Praxisprüfung des Dr. Becher @home Backofen & Grill Reiniger wird mit „gut (2,45)“ angegeben. Dadurch ist der Fehler leicht zu entdecken, denn laut Legende hätte Öko-Test das Ergebnis kaufmännisch runden müssen. Korrekt ist daher die Bewertung „befriedigend (2,5)“. Falsch sind auch die sechs hellrot unterlegten Testergebnisse Inhaltsstoffe. Auch das kann man leicht nachvollziehen. In das Gesamturteil gehen die Testergebnisse Inhaltsstoffe und Praxisprüfung zu jeweils 50 Prozent ein. Für den Cleangang Burny Bernie Ofen- & Grillreiniger kommt man auf das Gesamturteil „gut“. Auf das Gesamturteil „befriedigend“ kommt man nur, wenn man die Inhaltsstoffe mit „befriedigend“ in die Rechnung einfließen lässt. Das ergibt sich aus der Legende, denn dort heißt es: „Ein Testergebnis Weitere Mängel, das `mangelhaft´ oder `ungenügend´ ist (wie beim Cleangang) verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoffe um zwei Noten.
Um zu wissen, wie es richtig ist, hätte man sich lediglich den Vorgängertest im Heft 9/2022 ansehen müssen. Dort enthielt zum Beispiel der HG Backofen und Grillreiniger keine bedenklichen Inhaltsstoffe. Das Testergebnis Inhaltsstoffe war dennoch nur „befriedigend“, weil es wegen des Testergebnisses „Weitere Mängel: mangelhaft“ um zwei Noten abgewertet wurde.
Fett gedruckt sind Mängel.
Anmerkungen: 1) 2-Bromo-2-nitropropan-1,3-diol ist deklariert. Die Analyse auf halogenorganische Verbindungen war jedoch negativ. Laut Anbieter ist 2-Bromo-2-nitropropan-1,3-diol ein aus einem Rohstoff verschlepptes Konservierungsmittel und wurde deshalb deklariert. 2) Im Datenblatt mit den Inhaltsstoffen ist die halogenorganische Verbindung 2-Bromo-2-nitropropan-1,3-diol deklariert. 3) Weiterer Mangel: Phosphonat (hier: Kaliumsalz von Nitrilotris(methylen-phosphonsäure)N-Oxid). 4) Weiterer Mangel: fehlender Hinweis bei einem stark alkalischen Produkt, dass bei der Anwendung Handschuhe und Augenschutz zu tragen sind. 5) Weiterer Mangel: synthetische Polymere in der Rezeptur (hier: Acrylic Polymer Emulsion). 6) Weiterer Mangel: Umweltauslobung ohne ausreichende Information oder konkrete Fundstelle auf dem Produkt (hier: Domol: „Produkt ist nachhaltig und umweltverträglich hergestellt“; Auro: Link nature-care.cc funktioniert nicht). 7) Weiterer Mangel: unnötige Umverpackung des Produktes mit Folie. 8) Weiterer Mangel: schlechte Lesbarkeit wichtiger Informationen (hier: Cleangang: die Gefahren- und Sicherheitshinweise sind in roter Schrift auf schwarzem Hintergrund verfasst, beides spiegelnd; Wepos: tastbarer Warnhinweis ist über den UFI Code geklebt und macht diesen dadurch schwer lesbar). 9) Weiterer Mangel: schlecht ertastbarer Gefahrenhinweis bei hautätzendem Produkt. 10) Weiterer Mangel: fehlender tastbarer Gefahrenhinweis bei hautätzendem Produkt. 11) Weiterer Mangel: Inhaltstoffe unvollständig im Datenblatt und/oder im Internet angegeben (hier: Ammoniumhydroxid fehlt). 12) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 13) Weiterer Mangel: Datenblatt mit den Inhaltsstoffen nicht über die auf dem Etikett angegebene Website zu finden. 14) Weiterer Mangel: Datenblatt mit den Inhaltsstoffen schwer über die auf dem Etikett angegebene Website zu finden. 15) Laut Anbieter wird das Produkt ab dem 01.01.2026 auf einen veränderten Verschluss/Trigger, der keinen Edelstahl mehr enthält, umgestellt.
Multivitaminsaft
Zunächst die gute Nachricht. Wir hatten wiederholt kritisiert, dass Öko Test sich dafür interessiert, ob Nagellack, Gesichtscremes oder Kneten vegan sind, das Thema bei Lebensmitteln seit längerem aber keine Rolle mehr spielte. Diese Kritik hat man offenbar angenommen, zumindest im Test Multivitaminsaft. Das war es aber auch schon mit den guten Nachrichten. Im Test werden drei Produkte kritisiert, weil in der Flasche nicht ist, was man erwarten kann beziehungsweise, was deklariert wurde? Warum Öko-Test in dieser Situation die Vitamingehalte nicht im Labor überprüfen lässt, sondern den Deklarationen vertraut, wissen wir nicht.
* Laut Hersteller beziehungsweise Deklaration; Zutaten wurden gekürzt, Reihenfolge kann von der Zutatenliste abweichen; Anzahl der Vitamine inkl. Provitamin A.
Fett gedruckt sind Mängel.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Deckeldichtung. 2) Weiterer Mangel: deklarierter Anteil an Karottensaft weicht im Aromaspektrum vom gemessenen deutlich nach oben ab. 3) Weiterer Mangel: Werbung mit Selbstverständlichkeiten mit Hinweis auf gesetzliche Regelungen, wobei gesetzlich vorgeschriebene Eigenschaften oder selbstverständliche Umstände als etwas Besonderes hervorgehoben werden, obwohl vergleichbare Produkte diese ebenso aufweisen (hier: Amecke Sanfte Säfte Multivitamin: „ohne Zuckerzusatz*, unverdünnt*, ohne Farb- und Konservierungsstoffe*; *lt. Gesetz“; Hohes C Multi: „ohne zugesetzten Zucker laut Gesetz“; Rabenhorst 11 Plus 11 Gelb: „Gemäß Gesetz ohne Zusatz von Zucker“). 4) Weiterer Mangel: Werbung mit Selbstverständlichkeiten ohne Hinweis auf gesetzliche Regelungen, wobei gesetzlich vorgeschriebene Eigenschaften oder selbstverständliche Umstände als etwas Besonderes hervorgehoben werden, obwohl vergleichbare Produkte diese ebenso aufweisen (hier: Valensina Multi-Vitamin „ohne Zuckerzusatz - enthält von Natur aus Zucker“) 5) Weiterer Mangel: Werbung auf der Produktvorderseite entspricht nicht den vorgegebenen Formulierungen der Health Claims Verordnung: (hier: „natürliches Vitamin C für Immunsystem & Energiestoffwechsel“). 6) Weiterer Mangel: unzulässige Bezeichnung 100 % Multivitaminsaft aus Mehrfruchtsaftkonzentrat und Mehrfruchtmarkkonzentrat bei einem Produkt mit unzureichender nach Fruchtsaft- & Erfrischungs-Getränke-Verordnung gesetzlich vorgeschriebenen Rearomatisierung des Fruchtsaftkonzentrats und Fremdaroma. 7) Laut Anbieter wird im 1. Quartal 2026 der Rezyklat-Anteil der Flasche auf 70 % erhöht, sofern dies technisch möglich ist. Alternativ werde auf eine andere Flaschenform mit 70 % Rezyklat umgestellt.
Erdnüsse
In der Ausgabe 2/2024 wurden Orangensäfte getestet. Nicht nur auf die Inhaltsstoffe, sondern auch darauf, ob die Hersteller ihrer Verantwortung zum Beispiel für faire Arbeitsbedingungen auf dem Plantagen gerecht werden? Das Ergebnis: „Die Qualität stimmt zwar meist. Aber bei den Arbeitsbedingungen auf den Orangenplantagen gibt es Luft nach oben. Nur ein Saft schafft ein `sehr gut´.“ Viele Säfte wurden wegen der Luft nach oben bezüglich der Unternehmensverantwortung (CSR – Corporate Social Responsibility) abgewertet, denn die floss zu 50 Prozent in das Gesamturteil ein. Im Editorial schrieb die damalige Chefredakteurin Kerstin Scheidecker: Die Klimakrise hat fatale Auswirkungen auf den Orangenanbau in Brasilien und Florida. Wenn die Ernten mickrig sind, dann heißt das nichts Gutes für die Arbeitsbedingungen auf den Plantagen. Umso wichtiger, dass sich offenbar immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher für gute und faire Arbeitsbedingungen in den Herkunftsländern ihrer Lebensmittel interessieren.“
Aber Öko-Test juckt dieses Interesse nicht die Erdnuss. Obwohl viele Produkte aus Ländern mit prekären Arbeitsbedingungen wie Brasilien, Argentinien, Ägypten oder China stammen, verliert man dazu im Test kein Wort. Warum, das wissen wir nicht. Fest steht aber: Etliche der 15 „sehr guten“ Marken würden durch einen CSR-Test schlechter abschneiden und dem Verlag kämen wohl etliche mögliche Kunden für das Label abhanden.
* Bei zu hoher Abweichung in Klammern gegebenenfalls der gemessene Salzgehalt.
Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: MOSH = gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons).
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: fehlender Warnhinweis zum Erstickungsrisiko für Kleinkinder durch Nüsse. 2) Weiterer Mangel: eine Abweichung des deklarierten Salzgehalts vom im Labor ermittelten Wert von mehr als ± 1,875 Gramm. Dies entspricht dem fünffachen der Toleranz zur Nährwertdeklaration aus dem EU Leitfaden für zuständige Behörden von ± 0,375 Gramm bei deklarierten Salzgehalten von weniger als 1,25 Gramm pro 100 Gramm. 3) Weiterer Mangel: zu starke Abweichung des deklarierten Salzgehalts vom im Labor ermittelten Wert nach unten. 4) Weiterer Mangel: Umweltauslobung ohne ausreichende Information oder konkrete Fundstelle auf dem Produkt (hier: „faires Bio-Palmöl aus Respekt vor Mensch, Tier & Natur“). 5) Laut Anbieter wurde das Verpackungsdesign verändert. Das neue Produkt fließe seit Ende September in den Handel ein. 6) Laut Anbieter wurden Rezeptur und Layout angepasst und der Salzgehalt von 1 Gramm auf 0,8 Gramm pro 100 Gramm reduziert. Das neue Produkt sei seit Anfang Dezember 2025 erhältlich. 7) Laut Anbieter wurde eine Layoutanpassung vorgenommen, bei der die Auslobung „faires Bio-Palmöl aus Respekt vor Mensch, Tier & Natur“ sowie das Symbol der Palme entfernt wurde, auch wenn weiterhin fair gehandeltes oder RSPO-zertifiziertes Palmöl eingesetzt wird. Das neue Produkt fließe seit Dezember in den Handel ein.
Tattoopflege
Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: BHT = Butylhydroxytoluol, MOAH = aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Weiterer Mangel: Duftstoffe
nicht deklariert, aber im Labor über 10 mg/kg nachgewiesen (hier: Badger: Limonen, Linalool; Greendoor: Citral; Hustle Butter: Cumarin, Benzylbenzoat, Limonen, Linalool; Matica: Limonen; Pegasus Pro: Eugenol). Gehalte an Duftstoffen können unter anderem je nach Alter des Produkts schwanken. Benzylbenzoat-, Citral-, Cumarin-, Eugenol-, Limonen- und/oder, Linalool-Allergiker sollten das oder die entsprechende/n Produkt/e vorsichtshalber nicht verwenden. 3) Weiterer Mangel: Auslobung „parfümfrei“, obwohl das Produkt deklarationspflichtige Duftstoffe >10mg/kg enthält (hier: Greendoor: Citral). Gehalte an Duftstoffen können unter anderem je nach Alter des Produkts schwanken. Citral-Allergiker sollten das Produkt vorsichtshalber nicht verwenden. 4) Weiterer Mangel: Werbung mit „Ocean Respect“ auf einer Tattoopflege mit Lichtschutzfaktor (LSF), die zwar auf besonders korallenschädliche UV-Filter verzichtet, aber andere Inhaltsstoffe, etwa chemische UV-Filter, enthält, die Wasserorganismen schaden können (hier: Butyl Methoxydibenzoylmethane). 5) Weiterer Mangel: Silikone und/oder synthetische Polymere als weitere Kunststoffverbindungen (hier: Dermalize: „Carbomer“; Cosmepick, Tattoomed: „Sodium Polyacrylate“). 6) Weiterer Mangel: Umweltauslobung ohne ausreichende Information oder konkrete Fundstelle auf dem Produkt (hier: „Zero Waste“). 7) Weiterer Mangel: Fehlende Angabe eines konkreten Lichtschutzfaktors (LSF) bei einer Tattoopflege, die einen UV-Schutz auslobt. 8) Laut Anbieter wird das Produkt künftig nicht mehr produziert, die letzte Produktion werde es Ende dieses Jahres geben, es sei kein Nachfolgeprodukt geplant. 9) Laut Anbieter ist auf dem Produkt seit Oktober 2025 keine Anwendung mehr während des Tätowierens empfohlen, sondern nurmehr nach dem Tätowieren. Zudem laute die Firmenadresse mittlerweile Neuenberger Strasse 26, 41470 Neuss. 10) Laut Anbieter soll die Kunststofftube des Produkts künftig einen Rezyklat-Gehalt von mindestens 40 Prozent haben, dabei werde der Umkarton beibehalten. Das Nachfolgeprodukt soll planmäßig im zweiten Quartal 2026 in den Markt einfließen. 11) Laut Anbieter sind auf der Verpackung seit 2024 Entsorgungshinweise abgedruckt, die z.B. auf der aktuellen Charge EB146 erkennbar seien. Ansonsten sei das Produkt hinsichtlich der Rezeptur und Verpackung unverändert. 12) Laut Anbieter werden in den nächsten Monaten zusätzliche Informationen zu Vitamin A in der Liste der Bestandteile (Ingredients) gemäß neuer Vorschriften aufgenommen.
Schaumfestiger
Triethanolamin (TEA) ist eine vielseitige, wasserlösliche Flüssigkeit, die als Neutralisationsmittel, Emulgator oder zur Regulation des pH-Werts eingesetzt wird. Sie ist der Deklaration zufolge in einem Schaumfestiger enthalten. In welchem, verrät Öko-Test nicht. TEA kann mit krebserregendem N-Nitrosodiethanolamin verunreinigt sein. Das TEA-haltige Produkt ist laut öko-Test sauber. Aber sind es auch die anderen 17 konventionellen Schaumfestiger, die angeblich kein TEA enthalten? Denn die Deklarationen sind oft Phantasiegebilde. In diesem Heft stimmten sie bei zehn Prozent, bei 13 von 131 Produkten nicht.
Fett gedruckt sind Mängel.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Silikone und/oder synthetische Polymere als weitere Kunststoffverbindungen (hier: Balea/Elkos/Joolea/Hairwell/Today: „Acrylates Copolymer, VP/Methacrylamide/ Vinyl Imidazole Copolymer“; Bevola: „Acrylates Copolymer, Polyquaternium-4“; Lacura: „VP/Methacrylamide/Vinyl Imidazole Copolymer, Polyquaternium-68“; Isana: „Acrylates Copolymer, Polyquaternium-4, Polyquaternium-46“; L’Oréal Elvital: „Amodimethicone, Acrylates Copolymer, Polyquaternium-4, Vinyl Caprolactam/VP Dimethylaminoethyl Methacrylate Copolymer“; Pantene: „Polyquaternium-11, VP/VA Copolymer, Polyquaternium-16, PVP“; Wella Deluxe/ Wella Wellaflex: „VP/VA Copolymer, Polyquaternium-16, Polyquaternium-4, PVP“; Nivea: „VP/VA Copolymer, Polyquaternium-68“; John Frieda: „Polyquaternium-16, PVP“). 2) Laut Anbieter ist das Produkt seit Oktober 2025 mit angepasster Rezeptur und Layout im Handel verfügbar. Ab den Chargen Z90191 und Z90198 seien der Haltegrad 3 und ein Wash-Off PP-Etikett auf dem Produkt zu finden. Ab etwa Mitte 2026 werde die Verpackung zudem auf 100 Prozent rHDPE umgestellt, um den Recyclinganteil zu erhöhen. 3) Laut Anbieter wird der aktuelle Artikel ausgelistet und durch eine neue Version mit angepasster Rezeptur ersetzt. Das neue Produkt sei ab Kalenderwoche 19 im Jahr 2026 erhältlich und an der GTIN 4066447919523 erkennbar. 4) Laut Anbieter wird das Produkt ca. ab Januar oder Februar 2026 mit einer neuen Rezeptur von einem anderen Lieferanten hergestellt. 5) Laut Anbieter wird das Produkt mit einem neuen Sprühkopf verfügbar sein. Die Rezeptur bleibe von der Änderung unberührt. 6) Das Produkt trägt keine Vegan-Auslobung. Der Anbieter teilte uns auf Anfrage mit, dass es vegan sei. 7) Citral deklariert, aber im Labor nicht nachgewiesen. Gehalte an Duftstoffen können unter anderem je nach Alter des Produkts schwanken. Citral-Allergiker sollten das Produkt vorsichtshalber nicht verwenden.
Scheibenfrostschutzmittel
Scheibenfrostschutzmittel hat Öko-Test „unter anderem auf kritische Konservierungsstoffe“ wie Isothiazolinone, Formaldehyd und halogenorganische Verbindungen untersuchen lassen. Doch da stellt sich die Frage: Für wen sind diese Stoffe „kritisch“? Zumal Autobesitzer wohl nicht mit ihnen in Kontakt kommen und Öko-Test zum Beispiel Isothiazolinone und halogenorganische Verbindungen (mit Ausnahme von Chlorphenesin und Chlorhexidindigluconat) nicht einmal in Cremes problematisiert.
* Mischungsverhältnis 2 : 1 (Produkt : Wasser).
** Mischungsverhältnis 1 : 1 (Produkt : Wasser).
Fett gedruckt sind Mängel.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Produktdatenblatt nach Detergenzienverordnung online nicht auffindbar, oder nicht aktuell. 2) Weiterer Mangel: Umweltauslobung ohne ausreichende Information oder konkrete Fundstelle dazu auf dem Produkt (hier: „Made from sustainable Source“) 3) Weiterer Mangel: zwei oder mehr der genannten Sicherheitshinweise fehlten [hier: Aral: a), b), c); Shell: b), c); Circle K: b), c)]. 4) Weiterer Mangel: keine Dosierhilfe vorhanden. 5) Weiterer Mangel: Herstellerangabe zum Anteil an Post Consumer Rezyklat deutlich geringer als auf Verpackung ausgelobter Recyclinganteil (hier: Sonax: „Flasche PET 50 % recyceltes Plastik“, Kerndl: „Material 50 % recycled“). 6) Isothiazolinone deklariert, aber im Labor nicht nachgewiesen. 7) Bronopol deklariert, aber im Labor nicht nachgewiesen.