Viele "Vergleichsportale" haben es einzig und allein auf die Daten der User abgesehen, die sie teuer verkaufen.

„Kostenlos und unverbindlich: Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich anfordern“, wirbt die Seite berufsunfaehigkeitsversicherung-test.de. Wer das möchte, muss seine persönlichen Daten eingeben und bekommt mitnichten einen Tarifvergleich, sondern die Mitteilung: „Die Experten der impuls AG werden in Kürze mit Ihnen Kontakt aufnehmen“. Das ist ein Versicherungsmakler,

berufsunfaehigkeitsversicherung-test.de ist kein Einzelfall. Die meisten Treffer, die man bekommt, wenn man in Google „Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich“ eingibt, haben es auf persönliche Daten abgesehen. Solche Leads genannte Daten sind für Fake-Vergleichsportale ein gutes Geschäft.

Wie gut, kann man beispielweise bei finanzen.de nachlesen. „Sie suchen Neukunden“, schreibt finanzen.de, „die sich im Internet bereits über ein Versicherungs- oder Finanzprodukt informiert haben und jetzt an einer persönlichen Beratung durch einen Experten interessiert sind? Dann sind Sie bei Deutschlands Leadmarktführer im Versicherungs- und Finanzbereich genau richtig!“ Insgesamt 30.000 solcher Leads generiert finanzen.de laut eigener Aussage jeden Monat. 74,90 Euro nimmt das Portal von Versicherungsmaklern pro Lead für Berufsunfähigkeitsversicherungen.

finanzen.de steckt übrigens auch hinter berufsunfaehigkeitsversicherung-test.de. Das erfährt, wer die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) „zur kostenlosen Vermittlung eines Experten“ aufruft. Die akzeptiert, wenn man seine Daten an berufsunfaehigkeitsversicherung-test.de sendet, um „kostenlos und unverbindlich“ einen Vergleich anzufordern. Schon der Name der Seite mit den AGB sagt, worum es eigentlich geht: fdeam.finanzen-partnerprogramm.de/s/affiliate/html/agb-leadvermittlung.html.

Fake: Wer auf berufsunfaehigkeitsversicherung-test.de seine Daten eingibt, bekommt keinen Vergleich, sondern einen Anruf von der impuls AG. Das ist ein Versicherungsmakler, an den die Daten verkauft wurden.

Der Verkauf solcher Leads betrifft auch andere Versicherungen. Bereits 2016 hatte ÖKO-TEST festgestellt, dass 17 von 24 Treffern, die Google nach der Eingabe von "Private Krankenversicherung Vergleich" zeigte, "Datenjäger" waren. Bei finanzen.de - und bei anderen Datenjägern dürfte das nicht anderes sein - ist ein Lead für private Krankenversicherungen fast doppelt so teuer wie für Berufsunfähigkeitsversicherungen: 144 Euro. Mit 27,00 bzw. 12,00 Euro sind Leads für Pflege- und Krankenzusatzversicherungen wesentlich günstiger.

"Für Neulinge im Leadgeschäft" hat finanzen.de daher den Tipp: "Nutzen Sie anfangs die kostengünstigeren Produktsparten, wie die private Sachversicherung oder Krankenzusatzversicherung, als Türöffner zum Kunden. Diese werden schneller abgeschlossen als eine private Krankenversicherung. Außerdem erhalten Sie so ohne großen finanziellen Druck einen guten Eindruck vom Umgang mit Leaddaten".

Testwatch - Die VerbraucherNützer haben dagegen den Tipp: Niemals in Vergleichsportalen persönliche Daten eingeben. Sie werden für einen Vergleich nicht benötigt. Denn halbwegs seriöse Portale verdienen nicht an den Daten, sondern an den Versicherungs-, Strom- oder Handyverträgen, die aufgrund des Vergleichs über das Portal abgeschlossen werden.