Viele "Vergleichsportale" haben es einzig und allein auf die Daten der User abgesehen, die sie teuer verkaufen.

"Berufsunfähigkeitsversicherung: Über 91 Tarife im Vergleich. Die beste Leistung zum günstigsten Preis finden. Großer Vergleich der Anbieter inklusive Testsieger 2018", wirbt onverso.de, nach eigenen Angaben ein "kostenfreies Vergleichsportal für Versicherungen und Finanzen". Wer dann "Kostenlos vergleichen" will, muss seine persönlichen Daten eingeben und bekommt mitnichten einen Tarifvergleich, sondern die Mitteilung, dass man einen Anruf erhalte und danach einen "kostenlosen & unverbindlichen Vergleich per E-Mail".

Onverso ist kein Einzelfall. Die meisten Treffer, die man bekommt, wenn man in Google "Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich" eingibt, haben es auf persönliche Daten abgesehen. Und während Onverso versichert: "Ihre Daten werden nicht an Dritte verkauft", sind die solche Daten, Leads genannt, für Fake-Vergleichsportale ein gutes Geschäft.

Wie gut, kann man beispielweise bei finanzen.de nachlesen. "Sie suchen Neukunden", schreibt finanzen.de, "die sich im Internet bereits über ein Versicherungs- oder Finanzprodukt informiert haben und jetzt an einer persönlichen Beratung durch einen Experten interessiert sind? Dann sind Sie bei Deutschlands Leadmarktführer im Versicherungs- und Finanzbereich genau richtig!" Insgesamt 30.000 solcher Leads generiert finanzen.de laut eigener Aussage jeden Monat. 74,90 Euro nimmt das Portal von Versicherungsmaklern pro Lead für Berufsunfähigkeitsversicherungen.

Der Verkauf solcher Leads betrifft auch andere Versicherungen. Bereits 2016 hatte ÖKO-TEST festgestellt, dass 17 von 24 Treffern, die Google nach der Eingabe von "Private Krankenversicherung Vergleich" zeigte, "Datenjäger" waren. Bei finanzen.de - und bei anderen Datenjägern dürfte das nicht anderes sein - ist ein Lead für private Krankenversicherungen fast doppelt so teuer wie für Berufsunfähigkeitsversicherungen: 144 Euro. Mit 27,00 bzw. 12,00 Euro sind Leads für Pflege- und Krankenzusatzversicherungen wesentlich günstiger.

"Für Neulinge im Leadgeschäft" hat finanzen.de daher den Tipp: "Nutzen Sie anfangs die kostengünstigeren Produktsparten, wie die private Sachversicherung oder Krankenzusatzversicherung, als Türöffner zum Kunden. Diese werden schneller abgeschlossen als eine private Krankenversicherung. Außerdem erhalten Sie so ohne großen finanziellen Druck einen guten Eindruck vom Umgang mit Leaddaten".

Testwatch - Die VerbraucherNützer haben dagegen den Tipp: Niemals in Vergleichsportalen persönliche Daten eingeben. Sie werden für einen Vergleich nicht benötigt. Denn halbwegs seriöse Portale verdienen nicht an den Daten, sondern an den Versicherungs-, Strom- oder Handyverträgen, die aufgrund des Vergleichs über das Portal abgeschlossen werden.