14 von 23 untersuchten Hähnchenbrustfilets sind mit antibiotikaresistenten Keimen belastet. So weit, so schlecht. Noch schlechter ist allerdings: Der Test ist ein Paradebeispiel für die Irreführung von Leserinnen und Lesern.
„Gefährliche Keime“ titelt Öko-Test die Januar-Ausgabe 2026. Im Heft heißt es: „Schwere Kost. Das schlägt auf den Magen: 14 von 23 Hähnchenbrustfilets sind mit antibiotikaresistenten Keimen belastet.“ Im Editorial schreibt Chefredakteurin Bianca Puff: „Elfmal fanden wir Keime, die Antibiotikagruppen wie Penicilline oder moderne Breitbandantibiotika unwirksam machen. Darüber hinaus stießen wir auf den Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus, kurz MRSA, der als klassischer Krankenhauskeim gilt.“ Allerdings: „Akut gefährlich ist das zum Glück nicht. Durchgegart sind diese Erreger nicht mehr infektiös. Aber das Problem dahinter bleibt. Denn jedes resistente Bakterium in der Lebensmittelkette trägt dazu bei, dass die Wirksamkeit wichtiger Antibiotika weiter sinkt. Als Lebensmittelchemikerin kann ich diese Risiken sichtbar machen. Doch wie wir als Gesellschaft damit umgehen, entscheidet darüber, ob die Resistenzprobleme weiter im Verborgenen `wachsen´ oder dort diskutiert werden, wo sie hingehören: in der Öffentlichkeit“, so die Chefredakteurin.
Doch im Verborgenen wächst hier gar nichts. Das Problem ist seit langem bekannt. Öko-Test selbst hat schon im November 2017 resistente Keime in Chicken Nuggets gefunden. Der aktuelle Tests dient lediglich dazu, Schlagzeilen zu produzieren und im Gespräch zu bleiben. Dass das gelungen ist, ist gut für Öko-Test und auch nicht per se verwerflich. Aber der Test hat eine gefährliche, irreführende und verbrauchertäuschende Wirkung. Den gesamten Bericht lesen Sie hier: https://www.testwatch.de/testwatch/818-oeko-test-januar-2026


