Wussten Sie schon ...
...dass Bio für alle angeblich schädlich für das Klima ist?

Ökologische Landwirtschaft schadet dem Weltklima über Umwege mehr als konventionelle. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg. Zwar falle die Umweltbilanz durch den Verzicht auf Kunstdünger und Pestizide auf den ersten Blick positiv aus. Aber der Bio-Anbau liefert auf gleicher Fläche weniger Erträge als die konventionelle Landwirtschaft. Daher müssten mehr landwirtschaftliche Flächen erschlossen und Wälder, die das Klimagas CO2 speichern, gerodet werden. Das gleiche Problem ergibt sich in der Tierhaltung, so das Thünen Institut. Hochleistungs-Milchkühe hätten zwar einen erhöhten Stoffwechsel, wodurch der Treibhausgasausstoß pro Tier steige. Pro Liter Milch seien die Emissionen jedoch geringer als bei weniger hochgezüchteten (Bio)-Kühen. „Ein prinzipiell ähnliches Bild ergibt sich bei den leistungsbezogenen Treibhausgas-Emissionen aus der Mastschweinehaltung“, schreiben die Forscher. Das beim Bundeslandwirtschaftsministerium angesiedelte Institut kommt dennoch zu dem Schluss, dass der „Ökolandbau zahlreiche gesellschaftliche Leistungen für den Umwelt- und Ressourcenschutz“ erbringt.
 
Pestizide, Kunstdünger und Massentierhaltung als Maßnahmen für den Klimaschutz: Was die Agrarindustrie freut, scheint die Bio-Landwirtschaft in ein Dilemma zu stürzen. Doch es gibt einfache Auswege. Beispielsweise könnte in Österreich (und es gibt keinen Grund für die Annahme, dass es in Deutschland anders wäre) „bereits eine geringfügige Verringerung des gegenwärtigen Fleischkonsums um 10% oder eine 25%ige Reduktion der vermeidbaren Lebensmittelabfälle den gegenwärtigen Nahrungsmittelbedarf bei 100% Biolandbau decken“, zeigt eine Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau Österreich und dem Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit der Universität für Bodenkultur in Wien. Die dritte Stellschraube zur Verringerung der CO2-Emissionen sind regionale und saisonale Lebensmittel, die nicht um die halbe Welt transportiert werden.

Fazit: Bio für alle ist nicht nur möglich, sondern ist auch erstrebenswert. Es hätte positive Folgen für die Natur, die Landwirtschaft, die Tiere und die Menschen.