Wussten Sie schon ...
... wie sich Kaminöfen auf das Klima auswirken?

"Der Wald leidet – nicht nur unter der Hitze, auch unter unserem Konsumverhalten. Dass Holz in Kaminen verbrennt, halten Umweltschützer für Frevel", berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung Anfang August 2019. Ein paar Tage später folgte die Entwarnung. "Mit gutem Gewissen vor dem knisternden Holzofen. Experten sehen Ökobilanz positiver als Grünen-Politiker", schrieb die FAZ unter anderem unter Berufung auf den Geschäftsstellenleiter des Bundesverbands Brennholz (dessen Meinung uns nicht überrascht), aber auch auf den Naturschutzreferenten im hessischen Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND).

Frevel oder Freude – welche Probleme kann der knisternde Kamin dem Wald bereiten? Der Gesamtverbrauch von Holz liegt in Deutschland bei 140 Millionen Kubikmetern (m³) im Jahr. In deutschen Wäldern werden jedes Jahr etwa 75 Millionen m³ geerntet. Dazu kommen 65 Millionen m³ recyceltes Altholz und Importe, oft aus nicht nachhaltig bewirtschafteten Wäldern in Osteuropa. Die Hälfte des gesamten Holzes wird verfeuert, wiederum die Hälfte davon, also 35 Millionen m³, in privaten Haushalten.

Laut Umweltbundesamt gibt es in Deutschland 13 Millionen Gas-, 5,6 Millionen Öl- aber nur 0,7 Millionen Heizkessel für feste Brennstoffe (Holz und Kohle). Das meiste Holz wird in rund 11,7 Millionen Kamin- oder Kachelöfen verfeuert. Und zwar in Haushalten, die in der Regel zusätzlich eine Gas- oder Ölheizung haben. Holz ersetzt somit fossile Brennstoffe: ein Kubikmeter Buchenholz liefert so viel Wärme wie 280 Liter Öl oder 280 Kubikmeter Gas.

Frevel oder Freude: Anders als Öl oder Gas ist Holz ein nachwachsender Rohstoff. "Wenn Holz verbrannt wird, entsteht nur so viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2), wie der Baum zuvor während seiner Wachstumsphase aus der Atmosphäre gebunden hat", so das Umweltbundesamt. Ebenfalls unproblematisch: In deutschen Wäldern wird weniger Holz gefällt (75 Mio. m³), als jedes Jahr nachwächst (120 Mio. m³). Problematisch ist allenfalls, dass gerade einmal fünf Prozent des Waldes unter Naturschutz stehen und nicht wirtschaftlich genutzt werden. Denn ein Teil des Holzes, das Menschen oder Stürme gefällt haben, muss als Totholz im Wald verrotten, damit er auf Dauer gesund bleibt.

Fazit: Wer für den Kaminofen Holz aus der Region aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern kauft, kann das knisternde Kaminfeuer ohne schlechtes Umweltgewissen genießen.